Eine singende Kohltour-Truppe erinnert manchmal ein bisschen an einen Gospelchor. Hauptsache einer behält einen kühlen Kopf und gibt den Takt vor., © OTM I Verena Brandt

Lektion 7: Musikohlisches

Kohlksmusik

Liebe Studierende der Grünkohl-Akademie Oldenburg: So eine singende Kohltour-Truppe erinnert manchmal an einen Gospelchor. Alles schwingt mit, man singt sich in Trance. Hauptsache, einer behält einen kühlen Kopf und führt die Gruppe sicher zum Grünkohlessen. Lassen Sie sich anstecken von der wunderbaren Oldenburger Kohlksmusik.

Bei der Definition von Kohlksmusik sind sich manche nicht grün. Präzise, wie die Deutschen sind, unterscheiden sie zwischen Kohlksmusik und Kohlkstümlicher Musik (Schlager). Letztere Musik ist manchen Kohlservativen zu neumodisch. Kohlksmusik ist regional ganz unterschiedlich. Für fremde Ohren klingt sie manchmal seltsam. Was bloß singen auf der Kohlfahrt? Da haben wir von der Grünkohl-Akademie Oldenburg ein paar Vorschläge...

Unkohlventionell: Das Lied der Grünkohl-Jungs

Nach der Melodie: My Bonnie is over the Ocean, Text von Jens Meisner; Quelle:www.gruenkohl-club.de

Einmal im Jahr komm´ wir zusammen. Im Gasthof, bei Bier und bei Korn;
doch hauptsächlich komm´ wir zum speisen -und da liegt der Grünkohl ganz vorn!

REFRAIN
Grünkohl, Grünkohlwir haben dich alle so gern, so gern,
Grünkohl, Grünkohlfür dich komm´ wir von nah und fern!

Und so weiter und so fort, in Endlosschleife, als sei „My Bonnie“ nicht
„over the Ocean“ sondern die ganze Nacht auf Kohlfahrt.

Regionalkohltour

Plattsounds Wettbewerb: Musiker und Bands aus Niedersachsen (15 bis 30 Jahre alt) reichen ein selbstkomponiertes Lied auf Deutsch oder in irgendeiner anderen Sprache ein, und Profis helfen ihnen, diese ins Plattdeutsche zu übersetzen. Das Ganze hat nicht nur einen pädakohlkischen Nutzen, sondern macht auch Spaß. Am Schluss geht es ins Studio und fertig ist das platte Lied.

Kohlklingend

Der griechische Philosoph und Mathematiker Pythagoras war wohl mal wieder nicht ausgelastet und tüftelte rund 550 Jahren vor Christus aus, dass sich Töne nur gut für uns anhören, wenn sie in bestimmten Abständen gespielt werden. Tonleitern, wie wir sie heute kennen, wurden dann im frühen Mittelalter entwickelt.

Jede Tonleiter hat acht Töne und somit fünf Ganztonschritte und zwei Halbtonschritte. Der Halbton-Schritt ist die kleinste Entfernung zweier Töne voneinander, der nächstgrößere Abstand ist der Ganzton-Schritt. Nur mit Ganz- und Halbtonschritten an den richtigen Stellen hören sich Töne und Musik für uns harmonisch an. Um diese Schritte von jedem Ton ausgehend immer einhalten zu können, braucht man Vorzeichen. Eine Ausnahme bilden die C-Dur- und A-Moll-Tonleiter, bei ihnen sind die Töne automatisch an der richtigen Stelle.

Ein Klavier, ein Klavier!

Die Halbton-Abstände erkennt man am besten auf einer Klaviertastatur. Zwischen e-f und h-c sind keine schwarzen Tasten. Das sind die klassischen Halbtonschritte. Von einer weißen zu einer daneben liegenden schwarzen Taste entstehen natürlich auch Halbtonschritte.

Früher wurden die Tasten aus Elfenbein und Ebenholz gemacht, die traditionellen Farben haben sich gehalten, so die offizielle Musikgeschichte. Der Musiklehrer der Grünkohl-Akademie Oldenburg behauptet aber steif und fest, dass sein Ur-Ur-Ur-Ur-Urgroßvater aus Oldenburg das Klavier erfunden habe und die Halbtöne damals patriotisch in Grünkohl-Grün fertigte. Der Onkel spielte wohl aber so katastrophal falsch, dass sich die Tasten schwarz ärgerten. So habe sich diese Farbe eingebürgert.

Hier die Mutter aller Tonleitern, die C-Dur-Tonleiter. Die kann man sich super merken:
Cool
Der
Erste
Frische
Grünkohl   
Aufregend
Himmlisch
Cool

Akkohldeon und Artikohlation

Welches gut transportierbare Instrument nimmt man mit auf Kohltour? Eine Blockflöte? Vielleicht etwas dünn im Klang. Mit einem Akkordeon hat man gleich eine ganze Klaviatur dabei. Das chinesische Musikinstrument Sheng, 4.500 Jahre alt, ist wohl der älteste Vorfahre des Akkordeons, etwas näher verwandt ist die Mundharmonika. Ganz früher wurde das Akkordeon senkrecht gespielt – seltsam.

Verwandt mit dem Akkordeon ist die Harmonia. Sie ist diatonisch, das heißt, drückt man einen Knopf, so spielt er beim Herausziehen des Balges einen anderen Ton als beim Zusammendrücken. Das Akkordeon erzeugt beide Male den gleichen Ton.
Es gibt Knopf- und Tastenakkordeone (auch genannt Pianoakkordeon). Egal, ob man nun eine Taste oder einen Knopf drückt, die Luft, die der Balg erzeugt, wird so zu den richtigen Stimmplatten im Inneren des Instrumentes geführt. Die Stimmzungen fangen an zu schwingen, und los geht´s mit dem Grünkohllied.

Zu einer zünftigen Kohlfahrt gehören nicht nur Bollerwagen, Spiele und gute Laune, sondern, ganz wichtig, Musik und Gesang. Ganz klassisch geht es mit einem Akkohldeonspieler. Er gibt das Wandertempo vor, dosiert die Zwischenstopps und animiert zum kohllektiven Singen. Die modernere Version: Kohldplay übers Smartphone.

Stimmbildung

Noch wichtiger als die ganzen Instrumente sind die starken Stimmen der Kohlfahrt-Teilnehmer. Wir verlangen von Ihnen jetzt nicht, dass Sie reif sind für den Eurovision Song Kohltest. Aber etwas Kohlraoke zu Hause und Training in unserem Chor der Studierenden der Grünkohl-Akademie Oldenburg muss schon sein. Dies bedeutet Arbeit an Artikohlation und Ausdruck.

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