Grünkohlpflanzen, © OTM/ Jörg Hemmen

Herkunft und Geschichte

Ist der Grünkohl wirklich vom Mittelmeer in die norddeutschen Gefilde gelangt? Oder kommt er aus Kohlumbien, gar aus Kohlorado? Geschichtlich gesehen ist die Herkunft des Grünkohls äußerst bedeutend und vor allem eins – nämlich sehr alt. Was nicht überliefert ist, zu welchem Zeitpunkt unsere direkten Vorfahren, die Germanen, den Grünkohl bereits kannten. Darum ist auch nicht genau festzustellen, wann und wo der Grünkohl zum ersten Mal in unseren nördlichen Gebieten aufgetaucht ist. Wissenschaftler sind überzeugt, dass der Grünkohl vom Wilden Meerkohl abstammt. Dieser ist eine Wildform unseres kultivierten Kohls, der in den nördlichen Küstenregionen von Dänemark bis hin zum Atlantik zu Hause ist. 

Eine griechische Grünkohl-Sage

Der Mythologie nach, ist es den Göttern des Olymps zu verdanken, dass wir alljährlich in der kalten Jahreszeit in den Genuss des grünen Gemüses kommen. Einer griechischen Sage nach heißt es, Prinz Lykurgos habe sich in dunkler Urzeit mit Dionysos angelegt. Der Gott war so erbost, dass er den armen Lykurgos blenden und zerreißen ließ. Aus den Tränen des Lykurgos sprossen die ersten Kohlpflanzen. In der Antike war der Kohl daher ein weit verbreitetes Mahl.

Grünkohl in der Philosophie und Pflanzenkunde

Die Griechen aßen ihn in rauen Mengen, weil er preiswert und zudem noch sehr nahrhaft war. Der Grünkohl selbst, hatte schon in der frühen griechischen und römischen Medizin seinen Platz. Sogar die Philosophen machten sich ihre Gedanken über ihn. Bei Theophrast, einem Schüler des Aristoteles, wird der Grünkohl erstmals ausdrücklich erwähnt. Und in der systematischen Pflanzenkunde erhält der Kohl bald den klingenden Namen „Brassica oleracea acephala“. Der Römer Cato war vom Kohl so angetan, dass er ein Loblied darauf sang. Der Kohl wurde schon damals systematisch angebaut.

Des Römers Delikohltesse

Besonders der Grünkohl zählte in der römischen Küche zu den Delikatessen. Wer im römischen Reich über große Mengen Kohl verfügen konnte, galt als reicher Mann. Die Kohlvielfalt im alten Rom soll so enorm gewesen sein, dass Züchter untereinander wetteiferten, wer die größten, prachtvollsten und farbenfrohesten Kohlsorten besaß. 

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