Grünkohlforschung, © OTM/ Verena Brandt

Grünkohlforschung

In Oldenburg betreibt der Botanische Garten der Carl von Ossietzky Universtität Oldenburg ein einzigartiges Zucht- und Forschungsprojekt: die Züchtung einer neuen Grünkohlsorte, der einzig wahren Oldenburger Palme - „Brassica oleracea cv. Oldenburgia“. Wer heute von der „Oldenburger Palme“ spricht, der meint in aller Regel „Winnetou“ – so heißt die bisher am weitesten verbreitete Grünkohlsorte. Winnetou ist robust, unempfindlich gegen alle Unbill des Wetters und sie ist ein Gaumenschmeichler nahezu ohne Bitterstoffe. Dennoch ist „Winnetou“ – anders als sein Namenspate – keineswegs der unangefochtene Häuptling. Viele vom Stamme der Grünkohl-Schlemmer wünschen sich ein bisschen mehr Abwechslung.
Die gibt es zwar schon jetzt, etwa durch Sorten wie „Buss Bunde“, „Palmizzio“, „Ditzum“ und „Redbor“. Allerdings sind die meisten der rund 100 bekannten Grünkohl-Varietäten leider nicht perfekt. Einige sind anfällig gegen Schädlinge, andere neigen zum Kränkeln, wenn es zu wenig regnet, andere kümmern, wenn es zu viel regnet. Andere jedoch wissen sich sogar gegen Schneckenfraß und Raupenbiss zu behaupten. Forscher der Carl von Ossietzky Universität kennen ihren Trick: Natürliche Inhaltsstoffe, die „Glukosinolate“, wehren Schädlinge ab. Was den Grünkohl gesund hält, das kann auch Menschen helfen, fit zu bleiben, denn die „sekundären Pflanzenstoffe" des Grünkohls haben eine immunstärkende und sogar heilende Wirkung.

„Brassica oleracea cv. Oldenburgia“

Im „Brassica oleracea cv. Oldenburgia“ sollen sich möglichst viele positive Eigenschaften der derzeit bekannten Sorten vereinen: Er soll eine perfekte Komposition aus Geschmack, Ästhetik und vitalisierender Wirkkraft bilden. Dafür erforschen die Wissenschaftler um Professor Dr. Dirk C. Albach, Direktor des Botanischen Gartens Oldenburg, zunächst viele Varietäten des Grünkohls. Dabei experimentiert man auch mit historischen Kohl-Sorten, die heute kaum noch angebaut werden und deshalb vom Aussterben bedroht sind.

Blühender Grünkohl

Nur sehr wenige Gemüsegärtner haben heute noch die Geduld, ihre Pflanzen blühen zu lassen, um dann das Saatgut zu ernten. Denn insbesondere beim Kohl ist dies mit hohem Aufwand verbunden: Pflanzen, an denen Samen reifen sollen, müssen mehrere Hundert Meter entfernt von jeder anderen blühenden Kohlpflanze stehen, da sie sich ansonsten gegenseitig bestäuben würden. Das Ergebnis wäre eine Kreuzung. Sortentypische Eigenschaften wie z.B. guter Geschmack, äußeres Erscheinungsbild oder andere Eigenschaften wären nicht mehr vorhanden. Zudem dauert es zwei Jahre, bis Grünkohlpflanzen endlich im Frühsommer ihre Knospen öffnen. Dann allerdings sprießen lange Stände voller kleiner, sonnengelber Kreuzblüten aus dem Kohl, die bei Bienen hoch im Kurs stehen. Eines der Schaubeete im Botanischen Garten von Oldenburg ermöglicht es Besuchern, diese seltene Blütenpracht zu erleben.

Gesunde Inhaltsstoffe

Die Blätter des Grünkohls sind reich an Ballaststoffen und Mineralstoffen wie Kalium, Calcium, Magnesium und Eisen, sowie an einer regelrechten Supermenge der Vitamine A, C, E, K und B2. Kaum ein anders Gemüse kann beim Vitamin C- und E-Gehalt mithalten. Energie liefert er in Form von Eiweiß und Kohlehydraten. Auch in dieser Kategorie hat er den Spitzenplatz aller Kohlarten inne. Zudem enthält der Grünkohl auch einen beachtlichen Anteil an Folsäure, die zur Blutbildung und Versorgung der Körperzellen mit Sauerstoff benötigt wird.

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