Jedes Jahr wird Berlin zur Oldenburger Kohlonie, und Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kultur sitzen um die dampfenden Schüsseln.

Vorläufer des „Defftig Ollnborger Gröönkohl Äten" gab es bereits 1931. Im Oldenburgischen Hauskalender heißt es dazu: „Den Höhepunkt im geselligen Leben der Oldenburger in Berlin bildet alljährlich die Veranstaltung des „Braunen Kohl-Essens". Dieses unser Nationalgericht führt in der Reichshauptstadt viele Persönlichkeiten zusammen, die sich noch heute mit Oldenburg verbunden fühlen."

Als Bundespräsident Theodor Heuss 1956 nicht nach Oldenburg zum  Grünkohlessen kommen konnte, fuhren die Stadtväter in die Bundeshauptstadt Bonn und richteten dort das Essen aus. Seitdem wird die Tradition des „Defftig Ollnborger Gröönkohl Äten" gepflegt. 1998 zog man nach Berlin um und servierte dort das Essen im Opernpalais unter den Linden. Seit 2002 findet die Veranstaltung in den Räumen der Niedersächsischen Landesvertretung statt.

Zu jedem Kohlessen werden hochrangige Persönlichkeiten aus Politik,Wirtschaft und Kultur geladen. Für die stets rund 200 Gäste rechnet man mit 200 kg Kohl, 60 kg Pinkelwurst, 50 kg Kochmettwurst, 40 kg geräucherter Speck und 95 kg Kassler. Als Nachspeise kommt  Rote Grütze auf den Tisch.

Alljährlich wird beim „Defftig Ollnborger Gröönkohl Äten" eine Kohlmajestät gewählt, also eine "Grünkohlkönigin" oder ein "Grünkohlkönig". Die Majestät darf das Oldenburger Kohlvolk für ein Jahr regieren und muss während dieser Zeit der Stadt mindestens einen Besuch abstatten.

Hier der erlauchte Kreis in chronologischer Folge von 1956 bis 2012:

1956 Hans Bott, Ministerialdirektor im Bundespräsidialamt
1957 Hans-Joachim von Merkatz, Bundesminister der Justiz
1958 Theodor Blank, Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung
1959 Heinrich Hellwege, Ministerpräsident des Landes Niedersachsen
1960 Dr. Josef Rust, Staatssekretär a.D.
1961 Dr. Gerhard Schröder, Bundesminister des Innern
1962 ausgefallen wg. Hochwasserkatastrophe
1963 Prof. Dr. Heinz-Maria Oeftering, Erster Präsident der Deutschen Bundesbahn
1964 Dr. Dr. Eugen-Ludwig Gerstenmaier, Präsident des Deutschen Bundestages
1965 Dr. Erich Mende, Bundesminister für gesamtdeutsche Fragen
1966 Prof. Dr. Carlo Schmid, Vizepräsident des Deutschen Bundestages
1967 Karl Möller, Niedersächsischer Minister für Wirtschaft und Verkehr
1968 Walter Grund, Staatssekretär im Bundesfinanzministerium
1969 Kurt Partzsch, Niedersächsischer Minister für Soziales
1970 Georg Leber, Bundesminister für Verkehr
1971 Prof. Dr. Ing. Hans Leussink, Bundesminister für Bildung und Wissenschaft
1972 Kai-Uwe von Hassel, Präsident des Deutschen Bundestages
1973 Walter Arendt, Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung
1974 Dr. Lauritz Lauritzen, Bundesminister für Verkehr
1975 Rötger Groß, Niedersächsischer Minister des innern
1976 Dr. Hans Apel, Bundesminister der Finanzen
1977 Hans Matthöfer, Bundesminister für Forschung und Technologie
1978 Helmut Schmidt, Bundeskanzler
1979 Dr. Ernst Benda, Präsident des Bundesverfassungsgerichts
1980 Dr. Werner Remmers, Niedersächsischer Kultusminister
1981 Gerhart Baum, Bundesminister des Innern
1982 Dr. h.c. Annemarie Renger, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages
1983 Dr. Ernst Albrecht, Ministerpräsident des Landes Niedersachsen
1984 Dr. Helmut Kohl, Bundeskanzler
1985 Hans-Dietrich Genscher, Bundesminister des Auswärtigen
1986 Dr. Oscar Schneider, BM für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau
1987 Dr. Norbert Blüm, BM für Arbeit und Sozialordnung
1988 Walter Hirche, Minister für Wirtschaft, Technologie und Verkehr
1989 Ignaz Kiechle, Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
1990 Prof. Dr. Rita Süssmuth, Präsidentin des Deutschen Bundestages
1991 ausgefallen wg. des Golf-Krieges,
1992 Gerhard Schröder, Ministerpräsident des Landes Niedersachsen
1993 Karl-Heinz Funke, Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
1994 Dr. Klaus Kinkel, Bundesminister des Auswärtigen
1995 Rudolf Scharping, Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion
1996 Joschka Fischer, Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen
1997 Prof. Dr. Klaus Töpfer, BM für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau
1998 Dr. Jürgen Rüttgers, BM für Bildung, Wissenschaft, Forschung & Technologie
1999 Otto Schily, Bundesminister des Innern
2000 Dr. Michaele Schreyer, Mitglied der Europäischen Kommission
2001 Dr. Angela Merkel, Vorsitzende des Bundesvorstandes der CDU Deutschlands
2002 Sigmar Gabriel, Ministerpräsident des Landes Niedersachsen
2003 Dr. Guido Westerwelle, Bundesvorsitzender der FDP
2004 Dr. Manfred Stolpe, Bundesminister für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen
2005 Christian Wulff, Ministerpräsident des Landes Niedersachsen
2006 Günter Verheugen, Vizepräsident der Europäischen Kommission
2007 Ole von Beust, Erster Bürgermeister von Hamburg
2008 Frank-Walter Steinmeier, Bundesaußenminister
2009 Dr. Annette Schavan, Bildungs- und Forschungsministerin
2010 Dr. Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg, Bundesverteidigungsminister
2011 Dr. Phillip Rösler, Bundeswirtschaftsminister
2012 Günther Oettinger, EU-Kommissar
2013 Peter Altmaier, Bundesumweltminister
2014 Hüseyin Avni Karslıoğlu, Botschafter der Türkei
2015 Stephan Weil, Niedersächsischer Ministerpräsident
2016: Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung
2017: Andrea Nahles, Bundesministerin für Arbeit und Soziales