Oldenburg lohnt sich!


"Juhu, ich habe gewonnen!"

Als ich mich bei der Grünkohl-Akademie Oldenburg als Grünkohl-Botschafterin bewarb, hätte ich nicht mit einem Gewinn gerechnet. Doch: Dem war so! Ein Wochenende durften meine Begleitung und ich in der Kohltourhauptstadt Oldenburg verbringen. Um Oldenburg zu erkunden und auf Herz und Nieren zu prüfen, nahmen wir also am Freitag, 16. Januar, den langen Weg von Stuttgart nach Oldenburg in Angriff. Es gab zum Glück nicht viel Verkehr, die Fahrt war also lang, aber ohne Probleme.

Abends angekommen begaben wir uns in ein zentrumsnahes Hotel (B&B). Nachdem wir unser Gepäck abgelegt hatten, gingen wir noch etwas an der Alexanderstraße spazieren und besahen die Schaufenster vieler kleiner Geschäfte (die meisten hatten schon zu). Den Abend ließen wir im Balkan-Restaurant „Dubrovnik I“ ausklingen. So genossen wir am ersten Abend zwar noch keinen Grünkohl, aber dennoch ein erstklassiges Essen in gemütlicher Atmosphäre und mit freundlicher Bedienung. Der perfekte Bummel am Samstagmorgen Am Samstagmorgen standen wir relativ früh auf, checkten aus und machten uns auf unsere Entdeckungstour! Das Wetter war herrlich: Klarer Himmel, und die Sonne strahlte.

Zuerst ging es auf den Pferdemarkt. Dort war einiges los! Es gab zahlreiche Händler mit Ständen voll frischem Obst, Gemüse, Fisch, Fleisch, Käse und vielem mehr zu bestaunen. Grünkohl haben wir natürlich auch gesehen. Alles wirkte so beschwingt und lebendig. Auf unserem Weg durch die Oldenburger Innenstadt machten wir Pause in einem kleinen Café und frühstückten.

Die Fußgängerzone empfanden wir als sehr gemütlich mit den Pflastersteinen und den zahlreichen kleinen Läden – es wirkte alles so einladend! Weder zu groß noch zu klein – perfekt zum stundenlangen Bummeln. So kamen wir bald am Schloss Oldenburg vorbei, ein wirklich eindrucksvolles Gebäude. Unser Ziel war der Schlossgarten, der vielversprechend klang. Vom Schlossgarten ins Eversten Holz Und wir wurden keinesfalls enttäuscht! Der Garten ist wunderschön und bietet viele verschlungene Pfade, auf denen man träumend dahinziehen kann.

Auf der Balustrade hat man einen tollen Blick über den Schlossgartenteich und das Elisabeth-Anna-Palais. Diese Aussicht kann man bei schönem Wetter ewig genießen, finden wir! Im Sommer wird der Garten sicher zu einem kleinen Paradies, wenn er schon im Winter so schön ist. Und dass er für alle frei zugänglich ist, finden wir klasse! Nach unserer Runde durch den Garten ging es für uns weiter Richtung Eversten Holz. In diesem Wäldchen kann man sehr gut spazieren gehen. Uns begegneten zahlreiche Jogger (Oldenburg scheint sehr sportlich zu sein!) und Gassigeher. Nach einer stattlichen Runde spazierten wir weiter Richtung Cäcilienplatz, wo wir auf den Beginn unserer allerersten Kohltour warteten. Wir hatten nicht wirklich eine Ahnung, was uns erwartet, und waren sehr gespannt. Die Wartezeit vertrieben wir uns damit, auszuruhen und ein paar Leuten beim Boccia zuzusehen. Großartige Stunden voller Action, Spaß und Spiel Dann ging’s los! Zuerst wurde ich als Grünkohlbotschafterin herzlich begrüßt und in Oldenburg willkommen geheißen.

Jetzt hieß es: mit einer Gruppe gut gelaunter Menschen kohlmäßig um die Häuser ziehen. Der Kohltourguide Bernd erklärte uns die Regeln der Sportart Boßeln, dann teilte er uns in drei Teams ein: „Kohl“, „Kassler“ und „Pinkel“. Ziel des Spiels ist es, eine Boßel-Kugel möglichst weit zu rollen (ein wenig wie beim Kegeln). Das Team, das die wenigsten Würfe benötigt, um ans Ziel zu kommen, gewinnt. So tourten wir zunächst einmal um den Cäcilienplatz, dann zogen wir mit unserem Bollerwagen ins Eversten Holz. Es folgten ein paar großartige Stunden voller Action, Lachen und Spielchen.

Kohltourguide Bernd war mit Herz und Seele dabei und organisierte für uns Streichholzzielschießen, Teebeutelweitwerfen und mehr. Einmal fischte er sogar eine abhanden gekommene Boßel-Kugel aus dem Bach. Zwischendurch gab es Getränkepausen, bei dem man sich den einen oder anderen Schnaps gönnte. Also: Danke an Bernd, dass wir so viel Spaß auf der klasse Kohltour haben durften!

Nach unserer Fahrt zogen wir in den Ratskeller, wo für die Gruppe ein Grünkohlessen stattfand und jeder sein Grünkohl-Diplom fürs Dabeisein erhielt. Für meine Begleitung und mich ging es jedoch in unser Hotel Tafelfreuden. So verabschiedeten wir uns von der Gruppe und Kohltourguide Bernd.

Im Hotel angekommen, wurden wir freundlich begrüßt und gingen kurz auf unser Zimmer zum Ablegen und Ankommen. Mich erwartete ein kleines Kohlüberraschungspaket mit Kohlmagazin, Kohlpesto, Kochlöffel und mehr. Sogar ein Samentütchen mit Grünkohlsamen war dabei, sodass ich zu Hause meinen eigenen Grünkohl pflanzen kann. Ein fantastisches Grünkohl-Menü im Hotel Tafelfreuden Dann hieß es: Futtern im Hotelrestaurant! Der Tisch war schon gedeckt, und wir erlebten ein fantastisches Grünkohl-Menü! Vorab gab es den Tafelfreuden-Cocktail.

Die Vorspeise bildete eine himmlische Pastinakencremesuppe, dann der Hauptgang: Yufkaröllchen mit Grünkohl gefüllt, dazu Tomatensoße. Und hinterher: ein dreistöckiger Dessertteller mit hausgemachtem Eis, Tonkabohnencreme und Mousse au Chocolat. Alles war liebevoll angerichtet und so lecker! Die Bedienung war wirklich ehrlich freundlich – wir fühlten uns pudelwohl. Zudem konnten wir durch eine Scheibe den Köchen bei der Arbeit zusehen – und wie man so schön sagt: Das sind die besten Restaurants! Unser Zimmer „Brombeere“ war sehr schön eingerichtet – ein Traum in Lila. Der Baldachin über dem Bett und die geblümten, aber keineswegs kitschigen Vorhänge zauberten eine gemütliche Atmosphäre. So schlummerten wir nach diesem erlebnisreichen Tag rasch ein – und freuten uns schon auf den nächsten.

 

 

Wir starteten unseren letzten Tag in Oldenburg mit einem grandiosen Frühstück im Hotel Tafelfreuden. Es gab alles, was das Herz begehrt: Brot, Brötchen, Croissants, Marmelade, Wurst und Käse – dazu Kaffee, O-Saft oder Tee. Nach dem Packen bedankten wir uns noch einmal für das gute Essen und den tollen Service und verließen gut gestärkt das Hotel. Dann fuhren wir zum Botanischen Garten, wo wir knapp zwei Stunden verbrachten. Das Wetter spielte diesmal nicht ganz so mit, es schneeregnete etwas. In dem Schau- und Lehrgarten erfuhren wir allerlei Interessantes – natürlich über den Grünkohl, aber auch über zahlreiche andere Pflanzenarten aus Norddeutschland und aller Welt.

Trotz Lehrfunktion ist der Garten sehr schön gestaltet. Jetzt im Winter waren einige Beete natürlich leer, aber im Sommer gibt es sicher noch viel mehr zu sehen! Und auch hier muss man einfach sagen: Der Eintritt ist frei, und so ist der Garten für jeden zugänglich. Spitzenmäßig, finden wir.

Weiter ging es für uns dann in das Restaurant Ratskeller, wo uns ein zweites Grünkohlessen erwartete. Der Ratskeller wirkte auf uns sehr urig und gemütlich. Wir wurden, obwohl reger Betrieb herrschte, sogar vom Wirt, Herrn Fey, persönlich begrüßt. Während wir auf unser Menü warteten, erzählte er uns noch einige spannende Hintergrundinfos über die inzwischen über 200 Jahre alte Tradition der Kohlfahrten. Er war sehr nett und herzlich. Diesmal bekamen wir Blumenkohlcremesuppe beziehungsweise deftige Fleischbrühe als Vorspeise.

Anschließend gab es „Grünkohl klassisch“ für meine Begleitung mit Pinkel und Speck, für mich als Vegetarierin mit einem Gemüseschnitzel, dazu Kartoffeln. Der Kohl war wirklich deftig lecker! So genossen wir also unser Mittagsmahl, bedankten uns noch einmal recht herzlich und machten uns auch schon wieder auf unsere Heimreise nach Stuttgart.

Eine tolle Stadt, die viel zu bieten hat Leider reichen knapp zwei Tage kaum aus, um Oldenburg richtig kennenzulernen. Wir haben nur ein paar kleine Einblicke erhalten. Unser Fazit: Oldenburg ist eine tolle Stadt, die viel zu bieten hat. Durch die Kohlfahrt (sollte jeder einmal mitgemacht haben!) konnten wir ein echtes Stück Oldenburger Kultur hautnah erleben und kamen auch mit den Oldenburgern, die dabei waren, ins Gespräch. Die Oldenburger wirkten auf uns sehr herzlich und offen. Durch das typische „Moin“ fühlten wir uns gleich gut aufgenommen und fast schon heimisch.  

 Die Reise hat uns außerordentlich gut gefallen. Es gibt sicher noch mehr schöne Orte in Oldenburg, aber uns als Natur- und Gartenliebhabern gefielen der Schlossgarten und der Botanische Garten am besten. Auf dem Weg durch die Straßen fielen uns immer wieder die wunderschönen Häuser auf – im Stil des Klassizismus. Wirklich sehr angenehm zu betrachten, wenn man sich für Architektur begeistert.

Insgesamt: Oldenburg lohnt sich! Hier gibt es zwar kein Brandenburger Tor oder den Kölner Dom, dafür aber viel Kohltur, fröhliche Gesichter und eine ideale Mischung aus Ruhe und buntem Treiben.

Ja, ich würde wieder nach Oldenburg reisen, jederzeit! Vielen Dank noch einmal an den Oldenburger Tourismus, der uns diese wundervolle Reise ermöglicht hat. Ich werde die Grünkohl-Botschaft verbreiten, versprochen!